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Januar 2016
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Recht

ARBEITSRECHT

Angemessenheit eines Nachtarbeitszuschlags

Bestehen keine tarifvertraglichen Ausgleichsregelungen, haben Nachtarbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf einen angemessenen Nachtarbeitszuschlag oder auf eine angemessene Anzahl bezahlter freier Tage. Regelmäßig ist dabei ein Zuschlag von 25 % auf den Bruttoarbeitslohn bzw. die entsprechende Anzahl freier Tage für die zwischen 23:00 Uhr und 06:00 Uhr geleisteten Nachtarbeitsstunden angemessen. Bei Dauernachtarbeit erhöht sich dieser Anspruch regelmäßig auf 30 %. Im Streitfall hatte die Beklagte dem Arbeitnehmer zunächst für die Zeit von 21:00 Uhr bis 06:00 Uhr einen Nachtzuschlag auf den Stundenlohn von etwa 11 % gezahlt und diesen dann schrittweise auf zuletzt 20 % angehoben. Das BAG gab in seinem Urteil vom 09.12.2015 der Klage des Arbeitnehmers auf einen Nachtzuschlag von 30 % vom Stundenlohn bzw. ersatzweise einen Freizeitausgleich von 2 Arbeitstagen für 90 geleitete Nachtarbeitsstunden statt.