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Januar 2016
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Steuern

EINKOMMENSTEUER

Vertragliche Kaufpreisaufteilung von Grundstück und Gebäude

Nach dem BFH-Urteil vom 16.09.2015 ist eine vertragliche Kaufpreisaufteilung von Grundstück und Gebäude der Berechnung der Abschreibung auf das Gebäude zugrunde zu legen, sofern sie zum einen nicht nur zum Schein getroffen wurde sowie keinen Gestaltungsmissbrauch darstellt und zum anderen das FG auf der Grundlage einer Gesamtwürdigung von den das Grundstück und das Gebäude betreffenden Einzelumständen nicht zu dem Ergebnis gelangt, dass die vertragliche Kaufpreisaufteilung die realen Wertverhältnisse in grundsätzlicher Weise verfehlt und wirtschaftlich nicht haltbar erscheint. Dass das BMF dem Verfahren beigetreten war, unterstreicht die Bedeutung, die man dem Fall beigemessen hat. Und in der Tat ist die Kaufpreisaufteilung bebauter Grundstücke von jeher Anlass zu Streitigkeiten zwischen Steuerpflichtigen und FA, weil der Erwerber die abschreibungsfähigen Aufwendungen auf das Gebäude möglichst hoch ansetzt, es an gegensätzlichen Interessen bei Veräußerern und Erwerbern fehlt und Veräußerungsgewinne nur ausnahmsweise besteuert werden.