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Januar 2018
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Steuern

EINKOMMENSTEUER

Darlehenszinsen für ein nießbrauchbelastetes Grundstück können vorweggenommene Werbungskosten sein

Der Erwerber eines mit einem Nießbrauchrecht belasteten Grundstücks kann die Schuldzinsen für die Anschaffungskosten als vorab entstandene Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abziehen. Das entschied das FG Baden-Württemberg in seinem Urteil vom 25.04.2017 (Mitteilung vom 22.12.2017). Der Kläger hatte zusammen mit seiner Schwester im Wege der vorweggenommenen Erbfolge von seiner Mutter sowie von seiner Tante ein bebautes Grundstück zu Miteigentum in Höhe von je 50 % erworben. Das aufstehende Gebäude umfasst eine kleinere Ladeneinheit und sechs Mietwohnungen. Die Mutter des Klägers behielt sich und ihrem Ehemann den lebenslänglichen Nießbrauch vor. Die Tante des Klägers behielt sich ebenfalls den lebenslänglichen Nießbrauch vor. Nachdem der Vater des Klägers verstorben war, standen die Nießbrauchrechte der Mutter und der Tante je zur Hälfte zu, die das Grundstück gemeinschaftlich vermieteten. Später erwarb der Kläger von seiner Schwester deren hälftigen Miteigentumsanteil an dem nießbrauchbelasteten Grundstück zum Kaufpreis von EUR 250.000,00. Die für diesen Grundstücksanteil vom Kläger bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung als vorweggenommene Werbungskosten erklärten Abschreibungen (AfA) und Schuldzinsen erkannte das FA nicht an. Das FG erkannte die Darlehenszinsen nicht aber die AfA als vorweggenommene Werbungskosten an. Gegen das Urteil wurde Revision eingelegt.