1

Januar 2018
ARCHIV

Steuern

EINKOMMENSTEUER

Insolvenzbedingter Ausfall einer privaten Darlehensforderung als Verlust bei den Einkünften aus Kapitalvermögen

Nach dem BFH-Urteil vom 24.10.2017 führt der endgültige Ausfall einer Kapitalforderung i.S. des § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG in der privaten Vermögenssphäre nach Einführung der Abgeltungsteuer zu einem steuerlich anzuerkennenden Verlust nach § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 7, Satz 2, Abs. 4. Von einem Forderungsausfall ist erst dann auszugehen, wenn endgültig feststeht, dass keine weiteren Rückzahlungen mehr erfolgen werden. Die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Schuldners reicht hierfür in der Regel nicht aus. Die Entscheidung hat für die Besteuerungspraxis immense Bedeutung, weil ihr zufolge der Verlust verzinslicher privater Forderungen zu negativen Kapitaleinkünften nach § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG führt. Wie bei Verlusten i.S. des § 17 EStG entsteht der Verlust in dem Jahr, in dem der endgültige Forderungsausfall eintritt. Die Finanzverwaltung muss ihre anderweitige Rechtsauffassung die im Fachschrifttum massiv kritisiert wurde, nach der eindeutigen Entscheidung des BFH damit aufgeben.