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Januar 2018
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Steuern

UMSATZSTEUER

Umsatzsteuerliche Auswirkungen einer vGA

Für eine zunächst unentgeltlich erbrachte Leistung kann nachträglich zwischen dem Leistenden und dem Leistungsempfänger ein Entgelt und damit ein umsatzsteuerlicher Leistungsaustausch vereinbart werden. Nach dem Urteil des FG Münster vom 14.07.2016 berechtigt die nachträgliche Rechnungsausstellung aufgrund der Vereinbarung zum Vorsteuerabzug. Die Revision wurde nicht zugelassen. Eine vGA kann für eine Gesellschaft nicht nur körperschaftsteuerliche Folgen, sondern auch umsatzsteuerliche Konsequenzen haben. Denn beruht die Vermögensminderung auf Gesellschaftsebene wie bspw. im Streitfall auf der Finanzierung der Zuwendung eines verbrauchsfähigen Vorteils an den Gesellschafter, so stellt diese Zuwendung regelmäßig eine unentgeltliche Wertabgabe im Sinne des § 3 Abs. 1b Nr. 1, Abs. 9a Nr. 1, Nr. 2 UStG dar. Die Umsatzsteuer für die Zuwendung ist aus dem Betrag der vGA herauszurechnen und grundsätzlich beim Gesellschafter nicht als Vorsteuer abzugsfähig. Denn der Gesellschafter wendet seinerseits nichts auf. Die Gewinnausschüttung beruht auf der Gesellschafterstellung des Begünstigten und erfolgt somit nicht im Rahmen eines Leistungsaustausches. Eine ordnungsgemäße Rechnung, die der Gesellschafter regelmäßig zur Ausübung seines Vorsteuerabzugsrechts benötigen würde, darf die Gesellschaft über eine unentgeltliche Wertabgabe nicht erteilen. Die Bemessungsgrundlage für diese unentgeltliche Wertabgabe richtet sich gem. § 10 Abs. 4 UStG nach dem Einkaufspreis bzw. den Selbstkosten. Das FG Münster gibt betroffenen Unternehmern aber einen guten Rat mit. Die nachteiligen Folgen der vGA können zumindest umsatzsteuerlich rückgängig macht werden, wenn Gesellschaft und Gesellschafter nachträglich ein Entgelt vereinbaren, die Gesellschaft über die vGA in einer ordnungsgemäßen Rechnung gem. §§ 14, 14a UStG abrechnet, der Gesellschafter in Bezug auf die Zuwendung seinerseits zum Vorsteuerabzug berechtigt ist und den Rechnungsbetrag an die Gesellschaft auch entrichtet. Ob der Gesellschafter zum Abzug der ausgewiesenen Steuer berechtigt ist, hängt somit davon ab, ob er umsatzsteuerlicher Unternehmer ist und den Zuwendungsgegenstand für sein umsatzsteuerliches Unternehmen verwendet. Die Gesellschafterstellung allein macht einen Gesellschafter jedoch noch nicht zum umsatzsteuerlichen Unternehmer.