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Oktober 2016
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Heilberufe

Anwendung der Abgaberegelung bei der integrierten Versorgung bei ärztlichen Gemeinschaftspraxen

Die OFD Frankfurt hat mit Verfügung vom 16.08.2016 zur Anwendung der Abgaberegelung bei der integrierten Versorgung in Gemeinschaftspraxen Stellung genommen. Werden Fallpauschalen mit Gemeinschaftspraxen vereinbart, kommt es aufgrund des gewerblichen Anteils (Abgabe von Arzneien und Hilfsmitteln) zu einer gewerblichen Infizierung der gesamten Einkünfte der Gemeinschaftspraxis. Dies gilt auch für die Abgabe von sog. Faktorpräparaten durch ärztliche Gemeinschaftspraxen an Bluter zur Heimselbstbehandlung. Dabei ist jedoch die vom BFH in verschiedenen Urteilen aufgestellte Geringfügigkeitsgrenze zu beachten, sodass es nur zu einer gewerblichen Infizierung der gesamten Tätigkeit der Gemeinschaftspraxen kommt, wenn die gewerblichen Nettoumsatzerlöse eine Bagatellgrenze in Höhe von 3 % der Gesamtnettoumsätze und zusätzlich den Betrag von EUR 24.500,00 im Veranlagungszeitraum übersteigen.