Oktober 2017
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Sehr geehrte Damen und Herren,

Jahr für Jahr gehen den Ländern in der EU durch Steuervermeidung und -betrug Milliarden an Euro verloren. Die EU-Kommission will dem nun einen Riegel vorschieben. Dazu soll auch die Mehrwertsteuer reformiert werden. Das Vorhaben ist äußerst schwierig. Künftig soll nach den Plänen der EU-Kommission auch bei grenzüberschreitendem Handel zwischen Unter-nehmen in unterschiedlichen EU-Staaten Mehrwertsteuer erhoben werden. Dieser Handel ist derzeit von der Steuer ausgenommen. Die Kommission rechnet vor, dass den EU-Staaten durch Steuervermeidung, Betrug und Insolvenzen Einnahmen von mehr als 150 Milliarden Euro jährlich verloren gehen. Allein durch grenzüberschreitenden Mehrwertsteuerbetrug ent-gehen den öffentlichen Kassen demnach etwa 50 Milliarden Euro pro Jahr. Beim Mehrwertsteuerbetrug kaufen Firmen Güter in einem anderen Land, ohne dass Mehrwertsteuer berechnet wird. Wenn die Waren dann weiter-verkauft werden, schlagen die Betrüger Mehrwertsteuer auf den Preis auf. Anstatt den Betrag an die Behörden abzuführen, kassieren sie ihn. Teils werden für diese Art Betrug Scheinfirmen genutzt. Dem Vorschlag zufolge sollen fortan die Steuerbehörden des Ursprungslandes die Mehrwertsteuer erheben, dabei aber den Mehrwertsteuersatz des Ziellandes berechnen. Die eingesammelte Summe soll dann an die Behörden des Landes über-wiesen werden, in dem die Güter letztlich genutzt beziehungsweise konsu-miert werden.

Ihr Thomas Förster

Thomas Förster