Oktober 2017
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Steuern

GEWERBESTEUER

Unternehmensidentität bei einer gewerblich geprägten Personengesellschaft

Auch bei einer gewerblich geprägten Personengesellschaft ist nach dem BFH-Urteil vom 04.05.2017 die Unternehmensidentität Voraussetzung des Abzugs des Gewerbeverlusts nach § 10 a Gewerbesteuergesetz. Die Unternehmensidentität kann deshalb fehlen, wenn eine Personengesell-schaft zunächst originär gewerblich tätig ist, anschließend Einkünfte aus Gewerbebetrieb kraft gewerblicher Prägung erzielt und dabei Vorberei-tungshandlungen hinsichtlich einer künftigen wieder originär gewerblichen Tätigkeit vornimmt. Der Sachverhalt der zur Entscheidung stand, war zwar komplex und individuell zu würdigen, die Kernaussagen des BFH sind jedoch klar. Bei Kapitalgesellschaften setzen gewerbliche Verlustvorträge zwar keine Unternehmensidentität voraus, bei Personengesellschaften ist sie jedoch stets erforderlich, auch wenn es sich um gewerblich geprägte Gesellschaften handelt. Die gewerbliche Prägung ist jedoch nicht geeignet, Interimszeiten zwischen Einstellung der gewerblichen Tätigkeit und Vor-bereitung einer anderen zu überwinden. Wer gewerbesteuerliche Verlust-abzüge retten will, wird dies in der Regel durch Schrumpfung der bisheri-gen gewerblichen Tätigkeit und parallelem Neuaufbau einer anderen erreichen können.