Oktober 2017
ARCHIV

Steuern

UMSATZSTEUER

Dachsanierung für eine Photovoltaikanlage

Nach dem BFH-Urteil vom 03.08.2017 muss beim Vorsteuerabzug aus einer Werklieferung für die gesamte Dachfläche eines Gebäudes die Verwendungsmöglichkeit des gesamten Gebäudes in die durch § 15 Abs. 1 Satz 2 UStG vorgegebene Verhältnisrechnung einbezogen werden. Das Urteil birgt eine unerfreuliche Überraschung für die Errichtung von Photo-voltaikanlagen auf Dächern privat genutzter Häuser, soweit Leistungs-bezüge für die vorbereitende Dacherneuerung anfallen. Der BFH sieht in der Dachsanierung eine Werklieferung des Dachs als Teil des Gesamtge-bäudes, sodass die Mindestnutzung von 10% als Voraussetzung für den Vorsteuerabzug nach § 15 Abs.1 Satz 2 UStG an der Gesamtnutzung des Gebäudes zu messen ist. Das gilt auch, wenn - wie im Streitfall - die Ehe-frau als Photovoltaikanlage-Unternehmerin die Dachflächen entgeltlich von ihrem Ehemann als Gebäudeeigentümer mietet. Außerdem ist bemerkens-wert, dass der BFH für den Fall der Über-schreitung der Mindestnutzungs-grenze das Zuordnungswahlrecht zum Unternehmensvermögen nicht er-öffnet sieht, weil sich die unternehmerische Nutzung auf eine angemietete Teilfläche des Dachs beschränkt, die den übrigen Teil des Gebäudes nicht berührt. Das begründet der Senat mit dem Zweck des Zuordnungswahl-rechts, im Hinblick auf eine etwaige spätere umfangreichere unternehme-rische Nutzung des Gegenstands aus Gründen der steuerlichen Neutralität den Vorsteuerabzug sicher zu stellen.