Oktober 2015
ARCHIV

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Sehr geehrte Damen und Herren,

die Finanzverwaltung hat mit den Grundsätzen zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Zugriff (GoBD) umfassend die steuerlichen Grundsätze zur ordnungsgemäßen Buchführung in elektronischer Form, zu deren Aufbewahrung sowie zum Datenzugriff dargelegt. Doch mit welchen Auswirkungen daraus ist in der Praxis zu rechnen? Mit dem GoBD hat das BMF die Grundsätze ordnungsmäßiger DV-gestützter Buchführungssysteme (GoBS) und die Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GDBdU) zusammengeführt und Inhalte des Fragen- und Antwortenkatalogs der Finanzbehörden zum Datenzugriffsrecht aufgenommen.

Im Wesentlichen handelt es sich bei dem GoBD im Vergleich zu den bisherigen Verlautbarungen um Klarstellungen, aus denen sich kaum inhaltliche Änderungen ergeben. Hervorgehoben werden jedoch u.a. die Notwendigkeit der Datensicherheit und Unveränderbarkeit der Daten, das Erfordernis der zeitnahen Erfassung der Geschäftsvorfälle (bei unbaren Geschäftsvorfällen binnen 10 Tagen), die Verfahrensdokumentation für alle wesentlichen Systeme und Prozesse, die Anforderung an die Aufbewahrung sowie der Zugriff im Rahmen der Außenprüfung. Erstmalig wird aus steuerrechtlicher Sicht auch auf die Notwendigkeit eines internen Kontrollsystems (IKS) hingewiesen. Die für steuerrechtliche Zwecke zu beachtenden Vorgaben sind zudem nicht stets deckungsgleich mit den handelsrechtlichen Vorgaben und führen damit zu einer zusätzlichen Belastung der Unternehmen.

Es ist jedenfalls damit zu rechnen, dass die GoBD die Ordnungsmäßigkeit der Buchführung, die Archivierung und der Datenzugriff vermehrt im Rahmen von Außenprüfungen thematisiert werden. Es dürfte eine Prüfung der Verfahrensdokumentation zu erwarten sein, wenn die Aufzeichnungen nicht ohne weitere Erläuterungen nachvollziehbar sind.

Insbesondere bei Kleinbetrieben könnten Mängel der Aufzeichnungen dazu führen, dass die Ordnungsmäßigkeit der Buchführung in Frage gestellt wird. Bei Großbetrieben dürfte es sich regelmäßig nur um ein zusätzliches Prüffeld handeln.

Beste Grüße

Thomas Förster

Thomas Förster