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November 2016
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Steuern

KÖRPERSCHAFTSTEUER

Erdienungsdauer bei einer Unterstützungskassenzusage

Der von der Rechtsprechung zu Direktzusagen entwickelte Grundsatz, nach dem sich der beherrschende Gesellschafter–Geschäftsführer einer Kapitalgesellschaft einen Anspruch auf Altersversorgung regelmäßig nur erdienen kann, wenn zwischen dem Zusagezeitpunkt und dem vorgesehenen Eintritt in den Ruhestand noch ein Zeitraum von mindestens 10 Jahren liegt, gilt nach dem BFH-Urteil vom 20.07.2016 auch bei einer mittelbaren Versorgungszusage in Gestalt einer rückgedeckten Unterstützungskassenzusage. Kann die sog. Erdienungsdauer vom beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer nicht mehr abgeleistet werden, ist prinzipiell davon auszugehen, dass ein ordentlicher und gewissenhafter Geschäftsleiter im Interesse der Gesellschaft von einer Versorgungszusage abgesehen hätte. Die von der Gesellschaft als Trägerunternehmen an die Unterstützungskasse geleisteten Zuwendungen sind dann regelmäßig nicht als Betriebsausgaben abziehbar. Das Urteil dürfte viele enttäuschen, die eine Auflockerung der „Erdienungs-Rechtsprechung“ erhofften, welche der BFH jedoch nicht nur bestätigt, sondern auch auf mittelbare Versorgungen über Unterstützungskassen uneingeschränkt anwendet.