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November 2017
ARCHIV

Sehr geehrte Damen und Herren,

die aktuellen Herausforderungen der Unternehmensnachfolge sind auch
wegen der Erbschaftsteuerreform 2016 vielschichtiger denn je. Der Nach-folgeprozess sollte daher systematisch angegangen und die Unternehm-ensnachfolge ohne Zeitdruck vorbereitet werden. Oft wünschen sich Schenker noch Einflussmöglichkeiten zurückzubehalten, z.B. über einen Nießbrauch, ein Kontrollgremium oder Rückforderungsrechte. Dabei spielen auch steuerliche Überlegungen eine entscheidende Rolle. So können verschiedene Begünstigungen erreicht oder eine Vermögens-übergabe gegen Versorgungsleistungen angestrebt werden. Wenn sich die Familie jenseits der 1. Generation immer weiter verzweigt, erhöhen sich erfahrungsgemäß Anzahl und Schärfe der Konflikte. Ein gutes Instrument, dieser Situation präventiv zu begegnen, ist eine Familienverfassung. Im Übrigen gilt es durch ein Unternehmertestament, auch für den noch jungen Unternehmer, streitige Auseinandersetzungen zu vermeiden. Sowohl die Interessen des längstlebenden Ehepartners, als auch die Befindlichkeiten der weichenden Erben sind in der letztwilligen Nachfolgeregelung zu berücksichtigen. Jede noch so gut geplante Nachfolge kann durch einen vorzeitigen Erbfall „überholt” werden. Unabhängig vom Alter des Unter-nehmers oder von der langfristigen Planung einer Nachfolge muss jeder Unternehmer frühzeitig für seinen plötzlichen Ausfall vorsorgen. Zur voll-ständigen Absicherung des Unternehmens und der Familie sind Regel-ungen wie eine Vorsorgevollmacht, eine Patientenverfügung oder Testa-mentsvollstreckungsanordnungen sowie sonstige Vollmachten zwingend erforderlich.

Ihr Thomas Förster

Thomas Förster