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November 2017
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Steuern

EINKOMMENSTEUER

Beitrittsaufforderung an das BMF für nachträgliche Anschaffungskosten bei Gesellschaftereinlagen „in letzter Minute“

Der BFH hat mit Beschluss vom 11.10.2017 das BMF aufgefordert, einem Verfahren beizutreten, um zu der Frage Stellung zu nehmen, ob Zahlungen die der Gesellschafter in das Eigenkapital leistet und die bei der Kapital-gesellschaft als Kapitalrücklage auszuweisen sind, bei diesem, in jedem Fall und zu jedem denkbaren Zeitpunkt, zu nachträglichen Anschaffungs-kosten führen und ob solche Zuzahlungen einen Missbrauch von Gestalt-ungsmöglichkeiten des Rechts darstellen könnten. Die Einzahlungen, die die Gesellschafter in die Kapitalrücklage der GmbH leisteten, sind eigent-lich der klassische Fall von nachträglichen Anschaffungskosten auf die Anteile. Der BFH will indes prüfen, ob es sich im Streitfall deshalb um Gestaltungsmissbrauch handeln könnte, weil die Einzahlungen nach Ein-stellung der verlustreichen wirtschaftlichen Tätigkeit der Gesellschaft zur Tilgung eines Bankkredites erfolgten, für den die Anteilseigner Bürgschaf-ten und andere Sicherheiten geleistet hatten.