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November 2018
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Steuern

EINKOMMENSTEUER

Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte – Unterschiedsbetrag bei 1 %-Regelung

Der positive Unterschiedsbetrag gem. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6 Satz 3 Halbsatz 1 EStG ist laut BFH-Urteil vom 12.06.2018 bei Anwendung der      1 %-Regelung auch dann unter Ansatz von 0,03 % des inländischen Listenpreises des Fahrzeugs je Kalendermonat zu berechnen, wenn der Steuerpflichtige im Monat durchschnittlich weniger als 15 Fahrten zur Betriebsstätte unternommen hat. Mit diesem Urteil hat der BFH eine seit langem im Schrifttum umstrittene Frage entschieden, und sich gegen eine ziel- und zweckgerichtete Reduktion des § 8 Abs. 2 Satz 3 EStG im Bereich der Gewinnermittlung ausgesprochen. Eine solche Auslegung hatte der    VI. Senat des BFH mit Urteil vom 04.04.2008 für den Fall vorgenommen, in dem ein Arbeitnehmer ein dienstliches Fahrzeug nur einmal pro Woche für Fahrten zur Arbeit nutzt. Eine Übertragung dieser Rechtsprechung auf die Regelung des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6 Satz 3 Halbsatz 1 EStG hat der VIII Senat des BFH allerdings mit überzeugenden Gründen abgelehnt und die betroffenen Steuerpflichtigen auf die Möglichkeit der Führung eines Fahrtenbuchs verwiesen.