November 2015
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Betriebsveranstaltungen – neues Anwendungsschreiben des BMF

Zwar spät – die gesetzlichen Änderungen gelten schon seit Jahresbeginn -, aber immerhin rechtszeitig vor dem Jahresende hat das Bundesfinanzministerium (BMF) mit Datum vom 14.10.2015 ein umfangreiches Schreiben zur lohn- und umsatzsteuerlichen Behandlung von Betriebsveranstaltungen veröffentlicht.

Große Überraschungen gibt es nicht.

Der Begriff der Zuwendungen: Den Mitarbeitern sind auch die Kosten für den äußeren Rahmen der Feier zuzurechnen. Die Finanzverwaltung dehnt diesen Begriff sehr weit aus und will nicht nur Aufwendungen für die Anmietung von Räumlichkeiten oder einen Eventmanager erfassen, sondern auch solche, die nur zu einer „abstrakten Bereicherung“ führen. Es werden Kosten für anwesende Sanitäter, für die Erfüllung behördlicher Auflagen, Stornokosten oder Trinkgelder, etc.“ genannt.

Kreis der Teilnehmer: Der Freibetrag von EUR 110,00 kommt nur zur Anwendung, wenn die Veranstaltung allen Ange-hörigen des Betriebs oder eines Betriebsteils offensteht. Wird nur ein beschränkter Teilnehmerkreis eingeladen, darf es sich nicht um eine Bevorzugung bestimmter Arbeitnehmergruppen handeln. Vergünstigt sind jedoch z.B. Feiern für alle Mitarbeiter, die ein rundes Arbeitsjubiläum begehen. Das BMF stellt ausdrücklich klar, dass bei 40-, 50- oder 60-jähriger Betriebszugehörigkeit die Feier schon bis zu fünf Jahre vor dem eigentlichen Jubiläum stattfinden kann.

Reisekosten: Nur die vom Arbeitsgeber übernommenen Aufwendungen bis zum Beginn der Veranstaltung sollen steuerfrei sein, nicht aber die Reisekosten (Fahrt- und Übernachtungskosten) während der Betriebsveranstaltung.

Liegt die Zentrale eines Unternehmens z.B. in Frankfurt und reisen Mitarbeiter aus Hanau, Fulda oder Wiesbaden anlässlich eines Betriebsausflugs nach Frankfurt, kann der Arbeitgeber steuerfreien Reisekostenersatz leisten. Hingegen gehören die Kosten für eine Busfahrt vom Unternehmen zum Ausflugsziel zu den Aufwendungen im Zusammenhang mit der Feier.

Das neue BMF-Schreiben gilt hinsichtlich der Einkommen-/Lohnsteuer für alle nach dem 31.12.2014 endenden Lohnzahlungs- bzw. beginnende Veranlagungszeiträume. Was die Umsatzsteuer betrifft, gelten die Grundsätze des BMF-Schreibens auf Sachzuwendungen und Betriebsveranstaltungen, die ab dem Tag nach der Veröffentlichung im Bundessteuerblatt ausgeführt werden.