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Dezember 2016
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Steuern

KÖRPERSCHAFTSTEUER

Nicht kostendeckende Wohnungsüberlassung an den Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH

Ein ordentlicher und gewissenhafter Geschäftsleiter einer Kapitalgesellschaft wird nur dann bereit sein, die laufenden Aufwendungen für den Ankauf, den Ausbau und die Unterhaltung eines Einfamilienhauses zu privaten Wohnzwecken eines Gesellschafters der Kapitalgesellschaft zu tragen, wenn der Gesellschaft diese Aufwendungen in voller Höhe erstattet werden und sie zudem einen angemessenen Gewinnaufschlag erhält, so Tenor des BFH-Urteils vom 27.07.2016. Eine Vermietung zu marktüblichen, aber nicht kostendeckenden Bedingungen würde er ausnahmsweise in Betracht ziehen, wenn er bezogen auf den jeweils zu beurteilenden Veranlagungszeitraum bereits von der Verfügbarkeit einer angemessenen Rendite ausgehen kann. Diese Erwägungen gelten nicht nur für besonders aufwändig ausgestattete Einfamilienhäuser. Eine verdeckte Gewinnausschüttung entsteht danach, soweit die gezahlte marktübliche Miete die Selbstkosten einschließlich einer angemessenen Kapitalverzinsung und eines Gewinnaufschlags nicht erreicht.