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Dezember 2017
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Steuern

LOHNSTEUER

Verzicht auf Pensionsanwartschaft durch Gesellschafter-Geschäftsführer ist Arbeitslohn

Verzichtet der Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH ganz oder teilweise auf seine bereits erdiente und werthaltige Pensionsanwartschaft, fließt ihm nach dem BFH-Urteil vom 23.08.2017 insoweit mit dem Barwert der Anwartschaft zu bewertender Arbeitslohn zu, wenn nicht ausnahmsweise davon ausgegangen werden kann, dass auch ein fremder Geschäftsführer unter sonst gleichen Umständen seine Anwartschaft entsprechend aufgegeben hätte. Die Entscheidung verdeutlicht einmal mehr die Problematik von Pensionsverzichten durch Gesellschafter-Geschäftsführer. Es ist nicht nur bei der Gesellschaft die Pensionsrückstellung ganz oder teilweise aufzulösen, sondern es entsteht i.d.R. auch ein fingierter Arbeitslohnzufluss. Mit den grundsätzlich zu beachtenden Argumenten, der Pensionsanspruch sei wertlos oder ein Nichtgesellschafter als Geschäftsführer hätte der Pensionsherabsetzung ebenfalls zugestimmt, lässt sich der Arbeitslohnzufluss in der Praxis zumeist nicht abwenden.