8

August 2017
ARCHIV

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Pläne der Bundesregierung, mittels steuerlicher Anreize eine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt durch neu geschaffenen Wohnraum zu bewirken, konkretisieren sich nunmehr. Die Pläne sehen vor, eine Sonderabschreibung in Höhe von insgesamt 29 % zzgl. 6 % lineare Abschreibung über einen Zeitraum von 3 Jahren zu gewähren. Bemessungsgrundlage sollen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten sein, wobei eine Deckelung bei EUR 2.000,00 pro Quadratmeter Wohnraum vorgesehen ist. Die Vergünstigung wird jedoch nur dann gewährt, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten EUR 3.000,00 je Quadratmeter Wohnfläche nicht übersteigen. Die Bundesregierung will damit lediglich Wohnraum des mittleren und unteren Preissegments fördern.

Anders als zunächst vorgesehen, sind Großstädte (ab 100.000 Einwohnern) nicht mehr automatisch begünstigt. Die Sonderabschreibung soll sich nur auf Gebiete mit Mietpreisbremse, bestimmter Kappungsgrenze oder Mietenstufen IV bis VI gem. Wohngeldverordnung erstrecken. Voraussetzung ist, dass die Immobilie mindestens 10 Jahre lang nach der Anschaffung bzw. Herstellung zu Wohnzwecken vermietet wird. Ein Verstoß gegen die Bindungswirkung soll zu einem kompletten Wegfall der Förderung führen. Die Sonderabschreibung kann letztmalig im Jahr 2022 in Anspruch genommen werden.

Das Gesetz soll am 29.04.2016 in zweiter und dritter Lesung im Bundestag beschlossen werden. Allerdings steht noch die beihilferechtliche Genehmigung durch die EU-Kommission aus. Die deutliche Einschränkung der bisher diskutierten Regelung dürfte jedoch dazu führen, dass nur ein geringer Anreiz von der neuen Sonderabschreibung ausgeht. In Berlin rechnet man mit 300.000 zusätzlichen Wohnungen – allerdings im gesamten Bundesgebiet.

Beste Grüße


Thomas Förster

Thomas Förster