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August 2017
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Steuern

EINKOMMENSTEUER

Übernahmeverlust bei Änderung der Rechtsform

Eine Immobilien-GmbH wurde im Jahr 2003 unter Buchwertfortführung formwechselnd in eine GmbH & Co. KG umgewandelt. In Folge hoher Anschaffungskosten für die GmbH-Anteile entstand ein nach § 4 Abs. 6 UmwStG nicht berücksichtigungsfähiger Übernahmeverlust. Später veräußerten die Kommanditisten ihre Mitunternehmeranteile mit Gewinn. Die KG hat die durch Umwandlung vernichteten Anschaffungskosten in eine steuerliche Ergänzungsbilanz eingestellt und veräußerungsgewinnmindernd geltend gemacht, gestützt auf ein obiter dictum des BFH im Urteil vom 24.06.2014, der unter Hinweis auf das objektive Nettoprinzip Bedenken gegen die völlige Nichtberücksichtigung der ursprünglichen Anschaffungskosten für die GmbH-Anteile angemeldet hatte. Das FG Düsseldorf hat die Berücksichtigung des zusätzlichen Anschaffungsaufwands mit Urteil vom 25.11.2015 abgelehnt. Im Streitjahr – Jahr der Veräußerung der Anteile an der aus der Kapitalgesellschaft hervorgegangenen GmbH & Co. KG – sei kein Anschaffungsaufwand angefallen; außerdem hätte die Möglichkeit bestanden, bei der formwechselnden Umwandlung eine Wertaufstockung vorzunehmen. Es wird interessant sein, wie der BFH sich zu der Problematik der bei Umwandlungen von Kapitalgesellschaft in Personenunternehmen vernichteten Anschaffungskosten stellt.