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Februar 2017
ARCHIV

Sehr geehrte Damen und Herren,

wird das Bargeld nunmehr abgeschafft? Verschiedene Maßnahmen der Bundesregierung deuten daraufhin. Das Ende des 500-Euro-Scheines ist ab dem Jahr 2018 bereits besiegelt. Darüber hinaus denkt die Bundesregierung darüber nach, Bargeldgeschäfte auf maximal EUR 5.000,00 zu begrenzen. Auch klingt die Beschwichtigung unseres Finanzministers Wolfang Schäuble nicht unbedingt beruhigend, wenn er sagt, dass er in Kontinentaleuropa niemanden kenne, der die Absicht habe, das Bargeld abzuschaffen.

Vordergründig soll Bargeld zur Verbrechensbekämpfung abgeschafft werden. Allerdings kommt eine Studie der Deutschen Bank zu dem Ergebnis, dass die Abschaffung von Bargeld gewinnorientierte Kriminalität nicht beseitigen wird. Entscheidend für die Kriminalität seien andere Faktoren, wie die Qualität der Verwaltung oder die Höhe des Pro-Kopf-Einkommens. Ferner gilt, dass der Zahlungsverkehr zunehmend digitalisiert wird und die Betrugsmethoden ebenso.

Daher dürfte der wahre Grund für die Bargeldabschaffung ein anderer sein. Die Steuerung des Zinsniveaus in einem Wirtschaftsraum ist ein wichtiges Instrument der Zentralbank, um Preisstabilität und Wirtschaftswachstum zu beeinflussen. Weil aber das Wirtschaftswachstum innerhalb der Eurozone anhaltend stagniert, versucht die EZB, mit immer niedrigeren Zinsen gegenzusteuern. Bisher vergeblich. Für weitere Zinssenkungen bleibt kaum noch Spielraum. Was bleibt an weiteren Möglichkeiten für die EZB? Die EZB würde den Zinssatz wohl gerne weiter absenken und zwar in den negativen Bereich. Doch das funktioniert nicht, solange es Bargeld gibt. Anstatt für ihr Bankguthaben Strafzinsen zu zahlen, würde der Bürger sein Erspartes abheben und Zuhause horten. Genau das wollen Politik und EZB schlussendlich verhindern.

Ihr Thomas Förster

Thomas Förster