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Februar 2017
ARCHIV

Recht

BILANZSTEUERRECHT

Keine Abzinsung nicht anzuerkennender Darlehen zwischen nahen Angehörigen

Ist ein von nahen Angehörigen gewährtes zinsloses Darlehen steuerlich nicht anzuerkennen, darf es nach dem Urteil des FG Münster vom 07.11.2016 nicht passiviert werden und ist daher auch nicht gewinnerhöhend abzuzinsen. Der Kläger betrieb ein Hotel, das er nach dem Tod seines Vaters übernommen hatte. Die Mutter des Klägers erhielt aufgrund eines Erbvertrages eine dauernde Last aus den Einnahmen des Hotels, seine Ehefrau war dort als Arbeitnehmerin beschäftigt. Seit der Übernahme stellten die Ehefrau und die Mutter dem Kläger immer wieder Beträge für den Betrieb zur Verfügung, die er als Darlehen passivierte. Schriftliche Vereinbarungen hierüber existierten nicht. Sicherheiten waren ebenfalls nicht gestellt worden und der Kläger nahm auch keine Zinszahlungen vor. Im Streitjahr beliefen sich die Darlehen auf rund EUR 900.000,00. Das FA nahm nach einer Betriebsprüfung wegen der Unverzinslichkeit eine Abzinsung der Darlehen vor, die zu einer Gewinnerhöhung von etwa EUR 300.000,00 führte. Die hiergegen erhobene Klage hatte in vollem Umfang Erfolg. Das FG führte aus, dass die Darlehen bereits nicht betrieblich veranlasst seien, weil sie dem Fremdvergleich nicht standhielten. Dies folgte daraus, dass bereits keine schriftlichen Verträge existierten und auch die gesamte Durchführung nicht dem unter fremden Dritten Üblichen entspräche.