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Februar 2019
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Sachlohn oder Barlohn?

Wie der Barlohn sind auch Sachbezüge, wie Mahlzeitengestellungen, Warengutscheine oder ein Job-Ticket grundsätzlich steuer- und sozialversicherungspflichtiger Arbeitslohn. Doch es gibt Ausnahmen: Sachbezüge bis monatlich EUR 44,00 sind steuer- und sozialversicherungsfrei.

Nicht immer ist eindeutig, ob Bar- oder Sachlohn gewährt wird. Zur Abgrenzung hatte der BFH bereits entschieden, dass es auf den Rechtsgrund für den Zufluss ankommt. Sachlohn liegt danach vor, wenn der Arbeitnehmer nicht das Bargeld, sondern ausschließlich die Sache beanspruchen kann. Bei einem Warengutschein, der eine Barauszahlung ausschließt, ist das unproblematisch. Doch wie verhält es sich, wenn der Arbeitgeber eine Zusatzkrankenversicherung für seine Arbeitnehmer bezuschusst?

Ein Arbeitgeber schließt für seine Arbeitnehmer eine Gruppen-Zusatzkrankenversicherung ab, die Auslandskrankenversicherungsschutz und Zuzahlung für Zahnersatz gewährt. Auf jeden Arbeitnehmer entfallen monatlich EUR 40,00. Der Arbeitgeber wird Versicherungsnehmer, die Arbeitnehmer haben Anspruch auf die Versicherungsleistung. Weitere Sachbezüge werden nicht gewährt. Es handelt sich um Sachlohn, da der Arbeitnehmer gegenüber seinem Arbeitgeber ausschließlich einen Anspruch auf Versicherungsschutz und nicht auf Auszahlung von Geld erlangt. Unerheblich ist, dass der Arbeitnehmer den Versicherungsschutz nicht unmittelbar vom Arbeitgeber, sondern von der Versicherung erhält. Da die 44-Euro-Grenze nicht überschritten wird, ist der Sachbezug für die Zusatzkrankenversicherung nicht steuer- und sozialversicherungspflichtig.

Auch wenn der BFH mit zwei Urteilen klar entschieden hat, dass mit einer Krankenzusatzversicherung auch Sachlohn gewährt werden kann, muss abgewartet werden, wie Finanzverwaltung und Sozialversicherungsträger reagieren. Sie sind bisher der Auffassung, dass es sich immer um lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtigen Barlohn handelt.