3

März 2017
ARCHIV

Steuern

GEWERBESTEUER

Keine erweiterte Kürzung bei Veräußerung eines Teils eines Mitunternehmeranteils

Nach dem BFH-Urteil vom 08.12.2016 ist der Gewinn aus der Veräußerung eines Teils eines Mitunternehmeranteils i.S. von § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG nicht in die erweiterte Kürzung gem. § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG einzubeziehen. Im Streitfall veräußerte die zu 100 % als Kommanditistin an einer gewerblich geprägten grundstücksverwaltenden KG beteiligte AG Teile ihres Mitunternehmeranteils. Der Gewinn gehörte nach § 7 GewStG zum Gewerbeertrag der KG (weil er nicht auf eine natürliche Person als unmittelbar Beteiligte entfiel und außerdem die Veräußerung von Mitunternehmeranteilen nach § 16 Abs. 1 Satz 2 EStG als laufender Gewinn gilt). Auch die erweiterte Gewerbesteuerkürzung hat der BFH unter enger, am Wortlaut orientierter Gesetzesauslegung versagt. Wie sich aus der Begründung ergibt, wäre die Entscheidung nicht anders ausgefallen, wenn die AG ihren gesamten Kommanditanteil und damit faktisch ihren Grundbesitz veräußert hätte, weil das einkommensteuerliche Transparenzprinzip im Bereich der Gewerbesteuer wegen deren Objektsteuercharakter nicht zum Tragen kommt.