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März 2018
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Steuern

ABGABENORDNUNG

Schätzung von Umsatzerlösen eines Gastronomiebetriebes anhand einzelner Z-Bons

Im Rahmen einer Betriebsprüfung bei einem Gastronomiebetrieb stellte das FA erhebliche Mängel in der Buchführung und in der Kassenführung fest und nahm Hinzuschätzungen zu den Umsatzerlösen vor. Dabei legte es einen durchschnittlichen Tageserlös zugrunde, der sich aus zwei Z-Bons, die die Steuerfahndung im Müll bzw. in der Kasse des Unternehmens aufgefunden hatte, ergab. Zudem setzte die Betriebsprüfung einen Sicherheitszuschlag von 10% an. Im Rahmen des Einspruchsverfahrens erreichte die Klägerin die Berücksichtigung eines Sicherheitsabschlags von 20% bzw. 10% anstelle des Sicherheitszuschlags. Zudem erhöhte das beklagte FA den Wareneinsatz, indem es diesen aus den geschätzten Erlösen unter Berücksichtigung eines Rohgewinnaufschlagsatzes von 440% retrograd ermittelte. Die dagegen gerichtete Klage ist überwiegend ohne Erfolg geblieben. Nach dem Urteil des FG Düsseldorf vom 24.11.2017 stellt sich die Hinzuschätzung als rechtmäßig dar. Es sei sachgerecht, die Schätzung anhand der durchschnittlichen Tageserlöse, abgeleitet aus den aufgefundenen Z-Bons, vorzunehmen. Allerdings habe das FA den Wareneinkauf zu Unrecht unter Heranziehung eines Rohgewinnaufschlagsatzes von 440% aus dem geschätzten Jahreserlös ermittelt. Zugunsten der Klägerin seien vielmehr die höchsten Rohgewinnaufschlagsätze der Richtsatzsammlung zu berücksichtigen. Die Revision gegen das Urteil ist beim BFH anhängig.