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März 2018
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Steuern

EINKOMMENSTEUER

Abzug nachträglicher Schuldzinsen als Werbungskosten nach Veräußerung des Vermietungsobjekts

Nach dem BFH-Urteil vom 6.12.2017 ist für die Berücksichtigung nachträglicher Schuldzinsen bei den Einkünften i. S. des § 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG maßgeblich, was mit dem Erlös aus der Veräußerung des mit einem Darlehen fremdfinanzierten Vermietungsobjekts geschieht. Die nicht durch eine tatsächliche Verwendung begründete (angebliche) Reinvestitionsabsicht des Veräußerungserlöses in ein noch zu erwerbendes Vermietungsobjekt reicht nicht aus, um der Surrogationsbetrachtung zu genügen und den notwendigen wirtschaftlichen Zusammenhang der Schuldzinsen mit der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung zu begründen. Da im Streitfall mit dem Veräußerungserlös keine neue Einkunftsquelle angeschafft worden ist, der Erlös aber ausgereicht hätte, um die beiden Darlehen, mit denen das Veräußerungsobjekt finanziert worden war, abzulösen, endete der wirtschaftliche Zusammenhang i.S. des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 EStG dieser Darlehen mit der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung im Veräußerungsjahr. Allein eine erklärte Reinvestitionsabsicht genügt nicht, um einen wirtschaftlichen Zusammenhang der Schuldzinsen mit der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung zu konstruieren.