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April 2016
ARCHIV

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Zinsen sind im Keller, festverzinsliche Geldanlagen locken kaum noch Sparer. Wer aber vom Finanzamt Steuern weit später erstattet bekommt, kann sich über satte 6 % Zinsen freuen. Aber nicht immer wird aus einer verspäteten Steuererklärung eine Top-Anlage.

Mit bestenfalls etwas mehr als einem Prozent Zinsen müssen sich Sparer dieser Tage bei sicheren Geldanlagen begnügen. Nach Alternativen suchend glauben manche Steuerpflichtige die Top-Geldanlage gefunden zu haben - und das bei einem Schuldner mit bester Bonität: Dem Finanzamt. Kommt nämlich die Steuererstattung erst nach 15 Monaten, muss der Fiskus 0,5 % Erstattungszins für jeden vollen Monat zahlen. Macht 6 % pro Jahr. Aber ganz so einfach ist es nicht, es gibt Tücken. Und nicht bei jeder verspäteten Steuererklärung winken Vorteile und satte Zinsen.

Sowohl für Steuernachforderungen als auch Steuererstattungen des Finanzamtes fallen Zinsen von 0,5 % pro Monat an, also 6 % im Jahr. Sie werden erst ab dem 15. Monat nach dem Steuerjahr berechnet. Für das Steuerjahr 2015 würde somit am 1. April 2017 die zu verzinsende Zeit beginnen. Mit jedem vollen Monat, um den sich dann der Steuerbescheid verzögert, kann sich der Steuerzahler freuen, sollte er auf eine Erstattung hoffen. Nicht immer ist ein überlastetes Amt schuld. Zumal es das Abarbeiten der Steuererklärung in der Regel auch in der 15-Monats-Frist schafft.

Mancher hat die Abgabe seiner Steuererklärung schlicht verschlampt - oder bewusst hinausgezögert. Was aber auch Nachteile mit sich bringen kann. Denn ein Verspätungszuschlag, den das Finanzamt einfordern kann, könnte den Zinsvorteil bei einer Erstattung wieder zunichtemachen.

Die Realität ist hingegen eine andere. Wer mit einer größeren Erstattung rechnet, möchte sein Geld in der Regel lieber sofort. Zahlen allein zum Umfang der Erstattungszinsen gibt es nicht. Tatsache ist, dass der Staat in der andauernden Niedrigzinsphase kräftig aus den Zinsen auf Steuernachforderungen kassiert. In den Jahren 2014 und 2015 nahm der Fiskus nach Angaben des Bundesfinanzministeriums unterm Strich rund 1,92 Milliarden EUR Zinsen ein - dank des üppigen Zinssatzes von 6 %.

Während Sparer sich also mit Niedrigst-Zinsen begnügen müssen, langt der Fiskus selbst ordentlich zu. Und hat auch keine Absicht, den seit mehr als 50 Jahren geltenden Zinssatz anzupassen.

Beste Grüße


Thomas Förster

Thomas Förster