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April 2016
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Heilberufe

Anwendung der Abfärberegelung bei der Tätigkeit einer ärztlichen Gemeinschaftspraxis

Nach dem BFH-Urteil vom 03.11.2015 sind die Einkünfte einer Ärzte-GbR insgesamt solche aus Gewerbebetrieb, wenn die GbR auch Vergütung aus ärztlichen Leistungen erzielt, die in nicht unerheblichem Umfang ohne leitende und eigenverantwortliche Beteiligung der Mitunternehmer-Gesellschafter erbracht werden. Im Streitfall rächt sich die restriktive Grundhaltung, mit der die Altgesellschafter eine Ärztin als Gesellschafterin aufgenommen haben, ohne sie als Mitunternehmerin zu beteiligen. Mit Urteil vom selben Tag hat der BFH bei der Beurteilung ein und desselben Sachverhalts die Auffassung des FA und des FG bestätigt, wonach die als Gesellschafterin aufgenommene Ärztin ohne eine Beteiligung am Gewinn der Gesellschaft und an den stillen Reserven keine Mitunternehmerin sein könnte. Ging es in jenem Verfahren um die Rechtmäßigkeit eines negativen Feststellungsbescheids, so war im entschiedenen Fall ein Gewerbesteuermessbescheid Gegenstand des Verfahrens. Die Anwendung der Abfärberegung im Streitfall ist für die Kläger deshalb besonders ärgerlich, weil sie irrig davon ausgingen, dass ihre Kollegin als Mitunternehmerin eigenverantwortlich tätig gewesen sei.