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April 2016
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Steuern

UMSATZSTEUER

Vorsteuerabzug bei beabsichtigter Unternehmensgründung

Nach dem BFH-Urteil vom 11.11.2015 kann der Gesellschafter einer noch zu gründenden GmbH im Hinblick auf eine beabsichtigte Unternehmenstätigkeit der GmbH nur dann zum Vorsteuerabzug berechtigt sein, wenn der Leistungsbezug durch den Gesellschafter bei der GmbH zu einem Investitionsumsatz führen soll. Ein „Investitionsumsatz“, der die anderweitig nichtunternehmerisch tätigen künftigen Gesellschafter einer in Gründung befindlichen GmbH zum Vorsteuerabzug berechtigt, liegt vor, wenn die Gesellschafter Gegenstände anschaffen oder herstellen, die sie entgeltlich auf die GmbH übertragen wollen, deren Gründung beabsichtigt ist. Im Streitfall handelte es sich um Beratungsleistungen für die unternehmerische Tätigkeit der zu gründenden Einmann-GmbH. Der BFH versteht die Entscheidungen des EuGH vom 01.03.2012 (Rs. Polski Trawertyn) und vom 13.03.2014 (Rs. Marburg) so, dass der Gesellschafter daraus keinen Vorsteuerabzug geltend machen kann. Das ist im Ergebnis unbefriedigend. Nicht entscheidend ist allerdings, wie der BFH hervorgehoben hat, ob die beabsichtigte GmbH-Gründung gelingt oder scheitert oder es sich um eine Einmann-Gesellschaft handelt.