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April 2019
ARCHIV

Sehr geehrte Damen und Herren,

gerade im Dienstleistungssektor werden Arbeitgeber immer wieder mal von ihren Mitarbeitern angesprochen, ob sie denn die von Kunden erhaltenen Trinkgelder ohne Risiko in voller Höhe für sich behalten können oder möglicherweise versteuern müssen. Die Antwort gibt § 3 Nr. 51 EStG. Steuerfrei sind: „Trinkgelder, die anlässlich einer Arbeitsleistung dem Arbeitnehmer von Dritten freiwillig und ohne dass ein Rechtsanspruch auf sie besteht, zusätzlich zu dem Betrag gegeben werden, der für die Arbeitsleistung zu zahlen ist“. Eine betragsmäßige Beschränkung gibt es somit nicht. Dabei spielt es keine Rolle, ob dem Arbeitnehmer das Trinkgeld direkt in die Hand gedrückt wird, der Kunde per Kreditkarte das Trinkgeld bezahlt oder auf dem Tresen ein Sparschwein steht, dessen Inhalt von Zeit zu Zeit an alle Mitarbeiter verteilt wird. Bekommt dagegen der Chef höchstpersönlich den Obolus, handelt es sich um eine steuerpflichtige Betriebseinnahme die zusätzlich die Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer erhöht.

In den meisten Fällen kann der Geber das Trinkgeld als Betriebsausgaben oder Werbungskosten absetzen, sofern ein betrieblicher oder beruflicher Anlass gegeben ist, z.B. Geschäftsessen mit Geschäftspartnern. Was den Nachweis betrifft, gibt es die Möglichkeit sich den Betrag quittieren zu lassen oder einen Eigenbeleg zu erstellen. Für einen guten Service sollten Sie sich auch weiterhin großzügig zeigen.

Ihr

Thomas Förster

Thomas Förster