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Mai 2016
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Warum die Rentenerhöhung auch eine Schattenseite hat

Im Juli steigen die Renten – das ist eine gute Nachricht für die Senioren. Doch die Erhöhung hat auch eine Schattenseite: Immer mehr Rentner rutschen in die Steuerpflicht. Nach einer Prognose des BMF aus Dezember 2015 werden rund 128.000 Senioren wegen der Rentenerhöhung erstmals eine Steuererklärung abgeben müssen.

Wenige Euro mehr Rente können für viele Senioren zu einem deutlich höheren Aufwand führen. Denn wohlmöglich müssen Sie aufgrund der höheren Rente eine Einkommensteuererklärung abgeben. Übersteigen die Renteneinnahmen im Jahr 2016 den Grundfreibetrag – also das steuerfrei zu stellende Existenzminimum – wird im kommenden Jahr eine Steuererklärung fällig. Für das Jahr 2016 beträgt der Grundfreibetrag EUR 8.652,00 im Jahr. Allerdings kann die Rente deutlich über diesem Betrag liegen, denn ein gewisser Anteil der Rente bleibt steuerfrei. Die Berechnung hängt vom Jahr des Renteneintritts ab. Auch Ehepaare, die das Ehegatten-Splittung bekommen, können eine höhere Rente erhalten ohne Steuern zu zahlen. Senioren sollen prüfen, ob für sie eine Steuererklärung fällig wird.

Die Bundesregierung hat am 20.04.2016 eine Rentenerhöhung beschlossen. Am 01.07.2016 werden die Renten im Westen um 4,25 % und im Osten um 5,95 % steigen. Dies ist das stärkste Plus seit 23 Jahren. Durch die Rentenerhöhung wird für das Jahr 2017 mit Steuermehreinnahmen in Höhe von EUR 720 Mio. gerechnet. Denn seit dem Jahr 2005 unterliegen Altersrenten einer stärkeren Besteuerung. Seit der Einführung des Alterseinkünftegesetzes steigt der steuerpflichtige Anteil für jeden neuen Rentnerjahrgang an. Wer im Jahr 2005 oder früher in den Ruhestand gegangen ist, bekommt einen steuerfreien Anteil von 50 %. Neue Rentner sind in diesem Jahr schon mit einem Anteil von 72 % steuerpflichtig. Jede Rentenerhöhung unterliegt aber zu 100 % der Besteuerung, dadurch rutschen auch Alt-Rentner zunehmend in die Steuerpflicht.