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Mai 2016
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Steuern

EINKOMMENSTEUER

Verluste aus der Veräußerung von unentgeltlich erworbenen Kapitalgesellschaftsanteilen

Ein Verlust aus der Veräußerung eines unentgeltlich erworbenen Anteils an einer Kapitalgesellschaft ist nach dem Urteil des FG Hamburg vom 25.11.2015 steuerlich zu berücksichtigen, sofern der Rechtsvorgänger den Anteil mit Einkünfteerzielungsabsicht erworben und gehalten hat. Bereits wenige Tage, nachdem der Kläger einen Anteil am Stammkapital einer GmbH übertragen bekommen hatte, veräußerte er diesen an eine Kapitalgesellschaft, deren Alleingesellschafter er selbst war. Die Differenz zwischen dem geringen Veräußerungserlös und den ursprünglichen Anschaffungskosten der Beteiligung des Übertragenden machte der Kläger als Veräußerungsverlust i.S. von § 17 Abs. 2 EStG geltend. Das FA erkannte den Verlust mit der Begründung nicht an, der Kläger habe den Geschäftsanteil an der GmbH nicht unentgeltlich erworben. Zudem verneinte es die Einkünfteerzielungsabsicht des Klägers. Zuletzt sei der Veräußerungsverlust wegen eines Missbrauchs von Gestaltungsmöglichkeiten nicht anzuerkennen. Die hiergegen gerichtete Klage hatte Erfolg. Das FG hat die Revision zugelassen.