Mai 2017
ARCHIV

Recht

SOZIALVERSICHERUNGSRECHT

Abgrenzung eines selbständigen Handelsvertreters von angestelltem Handlungsgehilfen

Handelsvertreter ist, wer als selbständiger Gewerbetreibender ständig damit betraut ist, für einen anderen Unternehmer Geschäfte zu vermitteln oder in dessen Namen abzuschließen. Nach dem Urteil des SG Karlsruhe vom 14.03.2016 ist selbständig dabei nur, wer im Wesentlichen frei seine Tätigkeit gestalten und seine Arbeitszeit bestimmen kann. Wer dagegen ohne selbständig zu sein, ständig damit betraut ist, für einen Unternehmer Geschäfte zu vermitteln oder in dessen Namen abzuschließen, gilt dagegen als Angestellter. Bei der Abgrenzung eines selbständigen Handelsvertreters von einem abhängigen Handlungsgehilfen ist dabei zu berücksichtigen, dass die persönliche Gestaltungsfreiheit nur „im Wesentlichen“, also in ihrem Kerngehalt, frei zu sein braucht. Denn auch dem selbständigen Handelsvertreter können Weisungen erteilt werden, da dieser in einer ständigen Vertragsbeziehung zu einem anderen Unternehmer steht, dessen Interessen er wahrzunehmen hat. Entscheidend ist, ob das Weisungsrecht des Unternehmers so stark ausgeprägt ist, dass der Beauftragte seine Tätigkeitszeit wie ein Angestellter einrichten muss, oder ob ihm neue, über den Vertrag hinausgehende Pflichten auferlegt werden. Darüber hinaus sind auch weitere Umstände zu beachten, zu denen insbesondere das eigene Unternehmerrisiko gehört. Dieses liegt aber nicht vor, wenn ein Anspruch auf ein monatliches Festgehalt besteht und der daneben bestehende Provisionsanspruch nur in geringer Höhe anfallen kann sowie nur teilweise von dem tatsächlichen generierten Umsatz des Beauftragten abhängt.