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Juli 2016
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Sehr geehrte Damen und Herren,

die Briten haben sich für den Brexit entschieden. Das ist ihr gutes Recht und für die EU ist diese Entscheidung ein Warnschuss, den sie ernst nehmen sollte. Denn es besteht dringender Reformbedarf. Aber natürlich wird der Brexit vor allem für die Briten nicht ohne Folgen bleiben. In einer ersten Maßnahme kündigte der Schatzkanzler nun umfassende Steuersenkungen für die Wirtschaft an, obwohl er zuvor mit Steuererhöhungen gedroht hatte. Damit möchte er ökonomischen Umwälzungen begegnen, die er zumindest kurz – und mittelfristig aufgrund des Brexits erwartet. Der Steuersatz auf Unternehmensgewinne soll von derzeit 20 % auf unter 15 % sinken. Dadurch würde England für Unternehmen aller Welt zum Niedrigsteuerland. Für die verbleibenden EU-Staaten dürfte diese Maßnahme ein herber Rückschlag in ihrem Kampf gegen jeden Steuerwettbewerb sein. Somit dürfte es ein Steuerkartell mit beträchtlichen Mindeststeuersätzen wohl nicht geben, will man die Unternehmen nicht in Richtung Großbritannien vertreiben. Denn trotz immer neuer Einnahmerekorde denkt der deutsche Finanzminister an alles, nur nicht an Steuersenkungen und Einsparungen. Da wird er wohl umdenken müssen.

Beste Grüße


Thomas Förster

Thomas Förster