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Juli 2017
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Abschreibung von Trivialprogrammen ab 2018

wie schon mehrfach berichtet, wird die Grenze für die Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter zum 01.01.2018 auf EUR 800,00 netto angehoben. Diese Vergünstigung kann aber nur in Anspruch genommen werden, wenn ein abnutzbares, bewegliches Wirtschaftsgut angeschafft wird. Da Software typischerweise zu den immateriellen Wirtschaftsgütern, und damit nicht zu den beweglichen Wirtschaftsgütern zählt, kann Systemsoftware und Anwendungssoftware grundsätzlich nicht sofort abgeschrieben werden. Die Finanzverwaltung regelt jedoch in R 5.5 Abs. 1 Satz 2 EStR, dass Trivialprogramme abnutzbare, bewegliche Wirtschaftsgüter sind. Trivialprogramme waren Softwareprogramme, bei denen der Wert des eigentlichen Quellcodes gegenüber dem Datenträger von geringem Wert war. Heutzutage wird mit dem Begriff überwiegend Software angesprochen, die für den Masseneinsatz geeignet und im unteren Preissegment angesiedelt ist.

Damit man nicht immer prüfen muss, ob nun wirklich Trivialsoftware vorliegt, bestimmt R 5.5 Abs. 1 Satz 2 EStR, dass Computerprogramme, deren Anschaffungskosten nicht mehr als EUR 410,00 betragen, wie Trivialprogramme zu behandeln sind. Folglich kann für solche Software die GWG-Sofortabschreibung genutzt werden. Das BMF bestätigt in einem Antwortschreiben, dass die Grenze für Trivialprogramme an die GWG-Grenze gekoppelt ist, und im Rahmen der nächsten Überarbeitung der Einkommensteuer-Richtlinien eine Anhebung entsprechend der Änderung in § 6 Abs. 2 EStG vorgesehen ist. Folglich können auch ab 2018 angeschaffte Trivialprogramme mit Anschaffungskosten bis zu EUR 800,00 netto voll abgeschrieben werden.