Juli 2015
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Sehr geehrte Damen und Herren,

der überwiegende Teil der Einkommensteuererklärungen werden dem zuständigen Finanzamt innerhalb der Abgabefristen übermittelt. Dennoch dauert es oftmals sehr lange, bis die entsprechenden Steuererklärungen bei dem zuständigen Finanzamt bearbeitet werden. Dadurch kommt es hin und wieder vor, dass der Steuerpflichtige aufgrund von erheblichen Nachzahlungen nicht unerheblich Zinsen zu entrichten hat. Der Zinslauf beginnt 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahres, für das die Steuererklärung abgegeben wird. Entgegen der niedrigen Bankzinsen verlangt das Finanzamt 6 % p.a. für Steuernachzahlungen.

Um die hohen Nachzahlungszinsen zu vermeiden, kann der Steuerpflichtige zunächst beantragen, die Vorauszahlungen des laufenden Kalenderjahres anzupassen, die im März, Juni, September und Dezember fällig sind. Diese Möglichkeit hat der Steuerpflichtige nur bis zum Ablauf des auf den Veranlagungszeitraum folgenden 15. Kalendermonats. Befürchtet beispielsweise der Steuerpflichtige für das Veranlagungsjahr 2013 erhebliche Nachzahlungen, hätte er spätestens bis 31.03.2015 eine nachträgliche Vorauszahlung auf den 10.12.2013 leisten müssen (die Zahlung gilt als Antrag), sofern der voraussichtliche Erhöhungsbetrag bei mindestens EUR 5.000,00 liegt, dann würde den Steuerpflichtigen der am 01.04.2015 beginnende Zinslauf für die Vollverzinsung gar nicht oder nur unwesentlich treffen.

Doch wie sieht es aus, wenn der Steuerpflichtige die Frist zur Anpassung versäumt oder erst sehr spät merkt, dass eine empfindliche Nachzahlung droht. Nach Ablauf von 15 Monaten kann der Steuerpflichtige eine freiwillige Vorauszahlung leisten. Empfehlenswert ist dabei, das Finanzamt vorab darauf hinzuweisen und auch einen entsprechenden Vermerk bei der Überweisung zu machen. Zudem sollte man angeben, für welche Steuerart die Zahlung erfolgt. Zwar werden freiwillige Vorauszahlungen im Rahmen von § 233a AO bei der Zinsberechnung nicht berücksichtigt. Jedoch können Sie nach Erhalt des Steuerbescheides einen Antrag auf Erlass der Nachzahlungszinsen aus sachlichen Billigkeitsgründen stellen, da dem Fiskus durch die freiwillige Vorauszahlung kein Nachteil entstanden ist.

Beste Grüße

Thomas Förster

Thomas Förster