September 2016
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Recht

BILANZSTEUERRECHT

Wandkalender als Geschenk

Ein Unternehmer ließ ca. 15.000 Wandkalender mit Firmenlogo herstellen, die er weit überwiegend Geschäfts- und Ansprechpartnern unentgeltlich zu Werbezwecken überließ. Die dabei entstandenen Kosten verbuchte er auf den Buchhaltungskonten „Werbedrucksachen“ und „Dienstleitungen“, nicht aber auf einem besonderen Konto für Geschenke. Das FG Baden-Württemberg teilte mit Urteil vom 12.04.2016 die Meinung des FA, es handele sich um Geschenke i.S. von § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG, die mangels Verbuchung auf einem speziellen Buchhaltungskonto gem. § 4 Abs. 7 EStG nicht als Betriebsausgaben absetzbar seien. Selbst bei derartig relativ aufwendigen Wandkalendern kann man durchaus bezweifeln, ob diese unter den Geschenkebegriff des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 fallen. Die Empfänger dürften darin hauptsächlich eine Werbemaßnahme sehen, was sie auch sind, wenn sie aufgehängt werden und das Firmenlogo prangt. Erfahrungsgemäß bleiben die Wandkalender außerdem nicht selten ungenutzt, weil die Empfänger sie nicht benötigen. In der Praxis ist es natürlich gleichwohl höchst ratsam, derartige Aufwendungen auf Geschenkkonten in der Buchhaltung zu erfassen. Die Revision beim BFH ist anhängig.