9

September 2017
ARCHIV

Geschenke an Geschäftsfreunde

Der BFH hat in einem kürzlich ergangenen Urteil die steuerliche Regelung für Geschenke an Geschäftsfreunde verschärft. Danach hätten viele Unter-nehmer ihre Geschenke an Geschäftsfreunde möglicherweise nicht mehr als Betriebsausgabe abziehen können. Das BMF gibt hingegen Entwar-nung: Es bleibt bei der bisherigen Rechtslage.

Der BFH hat mit Urteil vom 30.03.2017 entschieden, dass die für ein Geschäftsgeschenk übernommene Pauschalsteuer ein zweites Geschenk darstellt. Das heißt, der Wert des Geschenks nebst Steuer werden zusam-mengerechnet. Überschreitet die Summe dann den Betrag von EUR 35,00, entfällt der Betriebsausgabenabzug. Für die Praxis hätte das Urteil fatale Folgen, denn bisher wurde die Pauschalsteuer nicht in die 35 Euro-Grenze mit einberechnet. Die Geschenke hätten also deutlich billiger werden müs-sen, um noch genug Raum für die Pauschalsteuer zu lassen, die immerhin 30% beträgt. Zwar wird das Urteil im Bundessteuerblatt veröffentlicht und ist damit für die Finanzverwaltung bindend, aber es soll eine Fußnote ge-setzt werden. In dieser soll auf das Verwaltungsschreiben vom 19.05.2015 verwiesen werden. Das heißt, für den Betriebsausgabenabzug ist weiterhin allein der Geschenkwert maßgeblich.