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September 2017
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Steuern

EINKOMMENSTEUER

Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG - keine Berücksichtigung fiktiver Veräußerungsverluste

Nach dem BFH-Urteil vom 26.04.2017 ist § 6 Abs. 1 AStG auch nach den Modifikationen durch das SEStEG dahin aus-zulegen, dass er nur für die Fälle auf § 17 EStG verweist, in denen der gemeine Wert der Anteile zu dem für die Besteuerung maßgeblichen Zeitpunkt die Anschaffungskosten übersteigt. Der Kläger, der zunächst über Wohnungen in Österreich und Deutschland verfügte, gab seinen deutschen Wohnsitz auf, beantragte jedoch die Behandlung als fiktiv unbeschränkt Steuerpflichtiger nach § 1 Abs. 3, § 1 a Abs. 1 EStG. Er verfügte zu diesem Zeitpunkt über fünf Beteiligungen i.S. des § 17 EStG; bei zwei dieser Beteiligungen überstieg der gemeine Wert die Anschaffungskosten, bei den anderen lag er unter den Anschaffungskosten. Der BFH legt § 6 AStG dahingehend aus, dass für die beiden wertvollen Beteiligungen die Wegzugsbesteuerung geboten, ein Verlust wegen des Minderwerts der anderen aber nicht steuerrelevant ist.