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September 2018
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Sonderabschreibung für Mietwohnungsbau

Um den frei finanzierten Wohnungsneubau zu fördern, hat das Bundesfinanzministerium nun den „Entwurf eines Gesetzes zur steuerlichen Förderung des Mietwohnungsbaus“ vorgelegt. Danach soll ein neuer § 7b EStG – „Sonderabschreibung für Mietwohnungsneubau“ – in das Einkommensteuergesetz aufgenommen werden.

Inhaltlich sieht der neue § 7b EStG eine zeitlich begrenzte Sonderabschreibung in Höhe von jeweils 5% im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und in den folgenden drei Jahren vor. Insgesamt können damit in den ersten vier Jahren 20% abgeschrieben werden. Hinzu kommt die reguläre Abschreibung in Höhe von 2% p.a.. Voraussetzung der Sonderabschreibung ist, dass neuer Wohnraum geschaffen wird und der Bauantrag nach dem 31. August 2018 und vor dem 1. Januar 2022 gestellt wird.

Darüber hinaus existieren weitere Restriktionen. So wird die Sonderabschreibung nur dann gewährt, wenn neuer Wohnraum zur entgeltlichen Überlassung zu Wohnzwecken über einen Zeitraum von zehn Jahren entsteht. Ziel ist es, neue Wohnungen im unteren Mietpreissegment zu schaffen. Aus diesem Grund kann die Förderung nur in Anspruch genommen werden, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten EUR 3.000,00 pro qm Wohnfläche nicht übersteigen. Hierbei erfolgt jedoch eine steuerliche Förderung nur bis maximal EUR 2.000,00 pro qm Wohnfläche. Im Ergebnis existieren damit zwei Kappungsgrenzen: Eine für die generelle Inanspruchnahme und eine für die Bemessungsgrundlage der Sonderabschreibung.

Falls die Voraussetzungen zum Erhalt der Sonderabschreibung verletzt werden, ist sie wieder rückgängig zu machen. Das Gesetz soll zeitnah noch im September im Kabinett behandelt und bis zum Jahresende endgültig verabschiedet werden.